Kaufberatung-Benzinmotoren

Aus W124-Archiv
Version vom 25. Februar 2009, 13:39 Uhr von Jörg 200D (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Navigation


Vor September 1992

Die 4-Zylindermotoren entstammten der intern als M102 bezeichneten Baureihe. Diese Motoren verfügten bis September 1988 leider nur über eine einfache Steuerkette, welche sich nicht gerade durch sehr hohe Laufleistungen im Vergleich zur doppelten Steuerkette auszeichnet. Ein vorsorglicher Austausch dieser einfachen Kette ist alle 200 - 250tkm zu empfehlen, da bei einem möglichen Riss der Motor zerstört werden kann. Es gibt aber auch M102, die mit einer Steuerkette deutlich mehr Kilometer abgespult haben. Die Duplexkette ist nur bei außergewöhnlichen Geräuschen oder exorbitanten Laufleistungen zu tauschen. Als Richtwert bezüglich des Benzinverbrauchs kann man bei normaler Fahrweise auf 9 - 10 Liter kommen. Mehr als 13 sollten allerdings kaum schaffbar sein.

  • 200
    Dieser Vergasermotor leistete 105 PS bei 5500 U/min und ein maximales Drehmoment von 157 NM bei 3000 U/min und wurde später mit Beginn der 2. Serie vom 200E abgelöst. Unter Umständen könnte sich hier das Fehlen kompetenter Mechaniker bezüglich der Vergaserwartung und Einstellung negativ bemerkbar machen, da diese Technik eigentlich schon seit vielen Jahren nicht mehr verbaut wird und im Defektfall Probleme bereiten könnte.
  • 200 E
    Der Einspritzmotor aus dem W201 (190) mit 118 PS bei 5100 U/min und einem maximalen Drehmoment von 172 NM bei 3500 U/min wurde gegen 1988 parallel zum Vergasermotor als Basismotorisierung eingeführt. Dieser Motor erwies sich als weitestgehend problemlos. Zum einfachen Fortkommen reichten die Leistungen beider Motoren aus, zu mehr allerdings nicht.
  • 230 E
    Dieser Motor mit seinen 132 PS bei 5100U/min und einem maximalen Drehmoment von 198 Nm bei 3500 U/min ist im Allgemeinen für seine Laufruhe bekannt. Es ist innerhalb dieser Baureihe der 4 Zylinder mit dem meisten Antriebskomfort, da er schon bei geringer Drehzahl recht viel Drehmoment zur Verfügung stellt und sehr geräuscharm arbeitet. Problematisch an diesem Motor waren bei den Baujahren 1987 und 1988 die Nockenwellen, die sich aufgrund zu weichen Materials abnutzten und ausgetauscht werden mussten sowie teilweise auftretende Probleme durch einen unrunden Leerlauf..

Die 6-Zylindermotoren des 260E und 300E entstammten der M103 Motorenfamilie. Bezüglich der Steuerkette gilt das zum M102 gesagte. Der 300E 24V war der erste 6 Zylinder mit 4 Ventil Technik, den Mercedes im Serienbau einsetzte. Generell kann man sagen, dass der Verbrauch der Sixpacks bei gleichen Einsatzbedingungen im Schnitt um 2 Liter höher liegt als bei den M102 4 Zylindern. Die Spreizung wird natürlich bei zügiger Gangart deutlich größer.

  • 260 E
    Dieser Motor zeichnet sich durch seinen turbinenartigen Lauf aus und gilt daher als der vibrationsärmste und leiseste 6 Zylinder im W124. Mit seinen 160 PS bei 5800 U/min und dem maximalen Drehmoment von 216 Nm bei 4600 U/min ist er eher ein Komfort- als ein Rennmotor. Wer hier Leistung haben möchte, darf keine Scheu vor hohen Drehzahlen haben. Aus diesem Grund ist der 260E auch mit einer kurzen Achsübersetzung ausgerüstet. Die oben angesprochene Nockenwellenproblematik trifft auch hier zu.
  • 300 E
    Dieser 180 PS bei 5700 U/min und 255 Nm bei 4400 U/Min leistende 6 Zylinder zeigt noch einmal deutlich bessere Fahrleistungen gegenüber dem 260E trotz nur geringerem Mehrverbrauch. Der Motorlauf ist nicht ganz so turbinenartig, wie der des 260E aber immer noch als harmonisch zu bezeichnen.
  • 300 E 24V
    Mit diesem Stück Untertürkheimer Maschinenbaus wagte sich Mercedes auch in der Mittelklasse an das Thema der Vierventiltechnik heran. Dieser Motor ist schon von seinen reinen Leistungsdaten (220PS bei 6400 U/min und einem maximalen Drehmoment von 265 Nm bei 4600 U/min) eher als Renn- denn als Komfortmotor zu betrachten. Im unteren Drehzahlbereich erscheint die Leistungsabgabe nicht sehr hoch. Dafür wird aber derjenige umso mehr belohnt, der hohe Drehzahlen nicht scheut. Der Drehzahlbegrenzer setzt erst bei 7000 U/min ein. Der Schub ist dann deutlich stärker als beim 300E. Auch vom Verbrennungsgeräusch ist dieser M104 etwas sportlicher. Teilweise wird bei diesem Motor über eine defekte Zylinderkopfdichtung berichtet. Die Steuerkettenproblematik entfällt hier, da bereits eine Duplexkette verbaut wurde. Der Verbrauch liegt im normalen Fahrbetrieb etwas über dem des 300E.

Nach September 1992

Die neuen 4- Zylindermotoren der Generation M111 waren allesamt mit der neuen 4-Ventiltechnik, einer Duplexsteuerkette sowie einer vollelektronischer Motorsteuerung versehen. Die neuen Motoren sind sparsamer als die alten (ca. 1 -1,5 l), dafür aber nicht ganz so laufruhig wie die M102.

  • 200 E
    Diese 136 PS bei 5500 U/min und 190 Nm bei 4000 U/min leistende Antriebsquelle diente ab 09/1992 als Basisimotorisierung und erfüllte diese Ansprüche auch souverän. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 8,5 l bei normaler Fahrweise. Besondere Auffälligkeiten sind nicht festzustellen.
  • 220 E
    Bild10 kl.jpg
    Als auffälligstes Merkmal ggü. dem 200E verfügte dieser 150 PS bei 5500 U/min und 210 Nm bei 4000 U/min leistende Motor über eine verstellbare Eingangsnockenwelle, welche für ein fülligeres Drehmoment im unteren Drehzahlbereich sorgt. Der Verbrauch liegt nur marginal über dem des 200E, dafür sind die Fahrleistungen besser als es die 14 PS Unterschied signalisieren. Lediglich das Verbrennungsgeräusch und die Laufruhe können nicht ganz mit dem 200E mithalten. Teilweise sind Schäden an der Zylinderkopfdichtung bekannt. Dieser Motor ist in Bezug auf das Preis/Leistungsverhältnis wohl der günstigste der 124 Baureihe.


Die neuen 6- Zylinder, ebenfalls mit Vierventiltechnik ausgestatteten Motoren der Baureihe M 104 neigen relativ häufig zu Problemen mit der Zylinderkopfdichtung. Die Kopfdichtung eines M104 wird im Regelfall nicht in der üblichen, spektakulären und gefährlichen Weise (Wasserverbrauch, Wasserschlag und weißer Auspuffqualm) anderer Hersteller defekt, sondern wird nur an einem Ölkanal undicht und verliert etwas Öl nach außen. Sie verfügen ebenfalls über Vierventiltechnik, Duplexketten, verstellbare Nockenwellen sowie die vollelektronische Motorsteuerung. Teilweise treten hier Probleme mit Verhärtungen und Rissen der Isolierung des Motorkabelbaums auf, wodurch die Leistungsabgabe bzw. der Motorlauf negativ beeinträchtigt wird. Ein Tausch des komplette Kabelbaum ist hier im Fall des Falles angebracht.

  • 280 E
    Bild11 kl.jpg
    Mit seinen 193 PS bei 5500 U/min und 270 Nm bei 3750 U/min stellt der 280'er den komfortabelsten Sechszylinder der neuen Generation dar. Er ist leiser als der 320'er aber auch nicht ganz so leistungsfähig. Die Verbrauchsdifferenz zu den M111 ist mit ca. 2 Liter zu beziffern.
  • 320 E
    Bild12 kl.jpg
    Zwar ist er mit seinen 220 PS bei 5500 U/min und 310 Nm bei 3750 U/min nominell nicht wirklich viel stärker als der alte Vierventiler (300E 24V) aber durch den harmonischeren Leistungs- und Drehmomentverlauf erscheint er subjektiv als der stärkere Motor. Gerade im unteren Drehzahlbereich, so ab 2000 U/min ist schon ein deutlicher Schub zu verspüren. Der Verbrauch ist gegenüber dem 280'er marginal höher. Dieser Motor ist für Leute mit höheren Leistungsansprüchen sehr zu empfehlen.

Ab September 1992 (abgesehen vom 500E) waren erstmals auch 8-Zylindermotoren in der Mercedes Mittelklasse lieferbar. Von den technischen Besonderheiten gilt im wesentlichen das zu den neuen Sechszylindern gesagte. Diese Motoren der M119 Familie gelten als sehr robust. Gelegentlich gibt es Probleme mit Motorsteuergeräten, den Steuerketten und ab und an ist Ölverlust an den Steuergehäusedeckeln festzustellen. Jedoch ist beim Kauf dieser exklusiven Modelle erhöhte Vorsicht geboten. Diese Wagen werden häufig von vielen (sehr jungen) Fahrern bewegt die damit nur heizen. Auf die Zahl und Art (Alter ...) der Vorbesitzer ist daher aus gegebenem Anlass zu achten.

  • 400 E
    Bild13 kl.jpg
    Der kleinere V8 verfügt über 279 PS bei 5700 U/min und 400 Nm bei 3900 U/min. Ab Juni 1993änderte sich die Bezeichnung auf E420. Außerdem erhielt der Wagen leistungsfähigere Bremsen sowie größere Räder (16x7 statt 15x7 Zoll) Auch wenn der 400 E bis ca. 130 nicht wirklich besser geht als der 320'er, so hat er doch aufgrund der Leistungsentfaltung und der bezaubernden Geräuschkulisse einen ganz eigenen Reiz. Weiterhin ist dieser V8 der einzige im W124, der ohne Karosserieveränderungen a la 500 E lieferbar war. V8 ist eben V8 und Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Hubraum. Der Verbrauch bewegt sich aufgrund der längsten Hinterachse (1:2,65), die im W124 verbaut wurde so zwischen 12 und 20 Liter. Hier ist die Fahrweise maßgebender als bei den kleineren Motoren.
  • 500 E
    Bild14 kl.jpg
    Bild15 kl.jpg
    Dieser Motor nimmt eine Sonderstellung in der Modellreihe 124 ein. Bereits 1991 wurde der in Zusammenarbeit mit Porsche und in der Stückzahl begrenzte ÜberBenz vorgestellt. (Bild) Der 5Liter V8 leistet 326 PS bei 5700 U/min bzw. ab 10/1992 320 PS bei 4600 U/min sowie ein maximales Drehmoment von 480 Nm bzw. 470 NM ab 10/1992 bei 3900 U/min. Durch eine kurze Übersetzung der serienmäßigen 4 Gang Automatik, welche den Motor rechnerisch bei 260 km/h in den Begrenzer treiben würde, liegt der Verbrauch noch einmal mind. 1 Liter höher als beim 400E. Im Laufe des Jahres 1992 wurden tiefgreifende Modifikationen an der Bremsanlage vorgenommen. Es wurde hier die Bremsanlage aus dem R129 600 SL verbaut, um eine höhere Standfestigkeit zu erreichen.
  • E 60 AMG und E36 AMG
    Mit Beginn der MOPF 2 wurden auch einige AMG Fahrzeuge in die offizielle Preisliste von Mercedes aufgenommen. Zum Einen ist hier der E 60 als getunte Version des 500E mit seinen 381 PS bei 5600 U/min und einem maximalen Drehmoment von 580 Nm bei 3750 U/min zu nennen.
    Bild16 kl.jpg
    Diese Version war nur als Limousine lieferbar. Wohin gegen zum Anderen die E 36 AMG Modelle mit ihren 272 PS bei 5750 U/min und 385 Nm bei 3750 U/min starken 6 Zylindermotoren als Coupe, Cabrio und T-Modell zu haben waren.

    Aufgrund der geringen Stückzahlen sind hier keine grundlegenden Schwächen oder Stärken - abgesehen vom enormen Schub aller AMG Fahrzeuge - bekannt. Man sollte beim Kauf eines dieser Fahrzeuge bedenken, dass ein AMG Ersatzteil um ein vielfaches teurer ist als ein vergleichbares beim Händler mit dem Stern.

Bild17 kl.jpg

Navigation