Kaufberatung-Der Kauf

Aus W124-Archiv
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Der Kauf bzw. wie viel darf ein W 124 kosten?

  1. Der Kauf
    Hier sollen nun noch einige allgemeine Hinweise zum Kauf eines jeden Autos aufgeführt werden.
    • Die Besichtigung
      Bei der Besichtigung ist bereits auf vieles zu achten. Womit Sie anfangen ist eigentlich egal, Hauptsache Sie führen alles durch. Lassen Sie sich den Fahrzeugbrief zeigen um zu kontrollieren ob es noch der Originale ist und wie viel Vorbesitzer der Wagen hatte. Versuchen Sie den letzten Besitzer telefonisch zu erreichen, um weitere Details über den Wagen (Kilometerstand, Defekte, o.ä.) zu erfragen. Lassen Sie sich das Scheckheft oder andere Belege zeigen und versuchen sie genau die Kilometer nachzuvollziehen. Gerade die Kilometerleistung der einzelnen Besitzer sollte zwischen Scheckheft und Fahrzeugbrief identisch sein. Sollte kein Scheckheft und keine einzige Rechnung vorhanden sein, würde ich gleich wieder umdrehen oder zumindest alles dreimal kontrollieren. Entweder stimmen die Kilometer nicht oder die Wartung wurde vernachlässigt. Schauen Sie sich den Wagen genau an. Finden sich vielleicht im Motorraum alte Zettel von Wartungsarbeiten? Diese mit Scheckheft und Tachostand vergleichen. Wie sieht der Lack aus? Ist er überall gleichmäßig, wenn nein könnte das auf einen Unfallschaden hinweisen. Ein weiteres Indiz dafür sind ungleiche Spaltmaße. Nehmen Sie die Teppiche im Fahrer- und Beifahrerfußraum hoch um eventuelle Verformungen oder Verrostete Stellen zu finden, die auf einen Unfall hinwiesen. Das gleiche gilt für den Kofferraum. Hier alles hochheben und das Reserverad rausnehmen um zu schauen, ob irgendwelche Schäden sichtbar sind. Passen die Abnutzungen im Innenraum zum Kilometerstand? Achtung: Der W 124 Innenraum verträgt sehr viel und sieht bei guter Pflege auch nach vielen 100tkm noch sehr gut aus. Dies ist also nicht unbedingt ein sicheres Kriterium. Wie abgenutzt sind Schalthebel, Lenkrad und vor allem die Pedale. Bei meinem Wagen mit ca. 350tkm sind lediglich der Schaltknauf und das Brems- und Kupplungspedal leicht abgenutzt. Schauen sie sich den Wagen von unten an! Sind irgendwelche rostigen Stellen, undichte Aggregate, ausgeschlagenen Fahrwerkgummis, o.ä.. Sind die Reifen gleichmäßig abgefahren und noch nicht zu alt (max. 6-7 Jahre, erkenntlich an der DOT Nummer) Wurde eine Motorwäsche durchgeführt? Vorsicht, hier wird meistens versucht irgendeine Leckage zu vertuschen. Daher in diesem Falle eine ausgiebige Probefahrt auch mit hohem Leistungseinsatz durchführen und danach noch einmal schauen, ob auch wirklich alles trocken ist. Stimmen die Flüssigkeitsstände (Motoröl, Kühlflüssigkeit, Getriebeöl)?
    • Die Probefahrt
      Achten Sie vor der Probefahrt auf die Kühlwassertemperatur. Ist der Wagen bereits warmgelaufen lassen worden um mögliche Probleme beim Kaltstart zu überspielen? Wichtig und unerlässlich beim Autokauf ist eine ausgiebige Probefahrt mit wechselnden Straßenbeschaffenheiten sowie wechselnden Geschwindigkeiten. Dabei ist es am besten, das Radio auszuschalten, um mögliche Defekte auch akustisch wahrzunehmen Starten Sie im betriebswarmen Zustand den Motor ruhig noch einmal, um zu sehen, ob er auch gut anspringt.
      • Dreht der Motor über alle Drehzahlbereiche sauber hinweg?
      • Schaltet die Automatik so wie oben beschrieben?
      • Bremst das Fahrzeug auch aus hohen Geschwindigkeiten sauber und ohne Geräusche?
      • Funktioniert das ABS?
      • Bleibt der Wagen gerade in der Spur oder zieht er nach links bzw. rechts?
      • Funktionieren alle Sonderausstattungen (wirklich alle, auch Klima, Fensterheber, Sitzheizung, elektr. Sitzverstellung, Tempomat, usw.???)?
    • Wenn dann alles in Ordnung ist und der Preis stimmt, kann man zuschlagen!
  2. Die Kosten
    Als erster Orientierungspunkt könnte man bei [www.dat.de DAT] mal schauen, zu welchem Marktpreis ein W124 gehandelt wird. Als zweiten Schritt könnte man sich die aufgerufenen Preise bei [www.mobile.de Mobile] anschauen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da hier nur die Preise stehen, die der Verkäufer haben möchte. Für wie viel das Fahrzeug dann tatsächlich weggeht erfährt man ja nicht. Aber es ist schon mal ein ganz guter Anhaltspunkt.
    Das Problem liegt vielmehr darin, dass gute 124er nicht mehr an jeder Ecke stehen und bereits jetzt schon viel Schrott verkauft wird. Die Frage, was solch ein Wagen denn kosten darf ist somit sehr schwierig zu beantworten. Man sollte an das Problem vielleicht mit der Fragestellung herangehen, wie viel einem genau dieses Auto in diesem Zustand und dieser Ausstattung wert ist.
    Pauschal lässt sich sagen, dass die Diesel Kombis mit guter Ausstattung und geringem Alter am teuersten (abgesehen von 500E/E500 und den AMG Modellen) sind. Die neuen 4 Zylinder sind vom Anschaffungspreis her nicht billiger als die 6 Zylinder und 400E/E420, da momentan jeder auf dem Benzinspartrip ist und auf einen niedrigen Verbrauch achtet. Im Regelfall sollte man darauf achten, dass sich die Mehrkosten eines Diesels bei Kauf und Unterhalt erst ab mind. 20tkm p.a. amortisieren. Da hat man aber noch nicht nennenswert gespart. Daher sind für Normalfahrer die Benzinmotoren empfehlenswerter, da mind. gleiche Kosten aber bessere Leistung.
    Ach ja noch was, ich habe noch keinen W124 mit Vollausstattung gesehen. Viele Händler benutzen diesen Begriff sehr gern aber er ist in 99,9% aller Fälle unzutreffend.


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