W124-213561

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Reparaturbericht: Schrecken für T-Fahrer-Braune Pest im Untergrund

Geschrieben von alex.ach am 30. Dezember 2004 22:46:13:

Hallo Forum,

auch das möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Zum beliebten Thema "undichte Seitenscheiben im Laderaum": Ich hatte in der letzten Zeit zunehmenden Wassereinbruch am Heck, es fing alles aber noch ganz harmlos an: Naja, harmlos...Rostfleckchen in den Tiefen der Karosserie am Heck, da, wo Reserverad und Waschwasserbehälter still und unbeachtet ihr Dasein fristen. Rost - und Feuchtigkeit. Ich verfolgte den Weg, den Wasser zu nehmen pflegt (von oben nach unten), und fand als nächstes ein gründlich durchfeuchtetes Verbandpäckchen. Noch weiter oben feuchter Schaumstoff unter der Scheibe, und als ich die Dichtung etwas hochklappte, sah ich meinen ewigen Feind wieder: ROST. BEidseits übrigens, man sah es, wenn man die innere Gummidichtung hinten anhob. Zuerst habe ich Fertan raufgepinselt, hatte keine Zeit für durchgreifende Aktionen. Jetzt ging es dabei: Dichtungsaustausch und Entrostung. Der Wassereinbruch war wirklich spürbar; das FAhrzeug war einfach feucht nach heftigem Regen, die hinteren Scheiben beschlugen, und tatsächlich wuchs schon ein wenig SChimmel an einer abgelegenen Teppichstelle. Handlungsbedarf!!

Die Scheiben hat ein Autoglaser herausgenommen. Befund: Einerseits nicht so schlimm, wie gefürchtet. Keine Durchrostungen. Aber - und das ist das Erschreckende - auch an der Vorderkanten der Scheiben, wo man weder von außen noch von innen Böses ahnen konnte, gammelte es gewaltig! Es stand quasi der ganze untere Falz, wo die Karosserieteile aneinandergeheftet sind, das Wasser, auch, wenn noch nicht überall Rost war. Und der Wagen ist erst 11 Jahre als, von denen er 7 Jahre in der Garage stand.

903 rost.jpg

903 rosu.jpg

903 rosv.jpg

903 rosw.jpg

Na gut, that´s life, dafür hat der Wagen andere Macken nicht, die andere Fahrzeuge in dem Alter hätten.

Die Botschaft für Euch ist somit nicht erfreulich: Es kann im Verborgenen ganz gewaltig faulen. Der einzige klare Hinweis ist - neben sichtbarem Rost natürlich - unerklärliche Feuchtigkeit im Koffersalon; und ich würde nach Sturzregen oder Waschanlagen einfach mal unterhalb der Scheiben nach Feuchtigkeit fühlen. Und - noch einfacher - ein Blick zum Reserverad und zum Wagenheber etc. in die Tiefe, ob sich schon ein See gebildet hat oder (noch netter) gleich anständiger Rost.

Die Reparaturbilder spare ich Euch, nur soviel: Ein Dremel ist ein Klassewerkzeug, und Bleimennige auf Blauschwarzmetallic gibt einen großartigen Kontrast.

Was kostet der Spaß?

Für Ein- und Ausbau der Scheiben bezahle ich 120€ beim Autoglaser. Die Dichtungen kosten die Kleinigkeit von 151,45€ inkl. Steuer. Ich habe mir ganz laut vorgesagt: Die "W210er rosten auch, junge Autos haben Riesenwertverlust und sehen meist sch...aus, usw. usw.", Ihr kennt das sicher. Aber wenn ich tatsächlich mal ein junges, teures Fahrzeug kaufe, dann nicht, weil ich meinen 124er nicht mehr mag, sondern weil ich ROST nicht mehr sehen kann. Ich genoß bisher vier entrostungsfreie Jahre in meinem Leben, dann ging´s auch beim Mercedes los. Die fixe Idee, mal eine Pagode oder einen W108 8-Zylinder als Hobby in der Garage zu haben, ist heute auch mal wieder gestorben ;-((

Oder man "läßt machen"...naja, aber dafür müßte ich die Zeit, die ich Rost fräse, ins berufliche Weiterkommen investieren, um Profi-Lohn bezahlen zu können. Und eigentlich ist der Benz ja ein wenig zum Hobby geworden. Schluß jetzt, ich schweife ab. Ich will Euch ja gleich noch einen schreiben...

gruss nochmal,

alex