Hydrostößel am M103 auswechseln (mit vielen Bildern): Unterschied zwischen den Versionen
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Bild:Bild0100.jpg|Zu Beginn muß der Luftfilterkasten ausgebaut werden. er ist mit insgesamt zwei Schrauben (Bild 1 + 2) und einer Mutter (Bild 3) befestigt. | Bild:Bild0100.jpg|Zu Beginn muß der Luftfilterkasten ausgebaut werden. er ist mit insgesamt zwei Schrauben (Bild 1 + 2) und einer Mutter (Bild 3) befestigt. | ||
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Bild:Bild0400.jpg|Entferne nun den Schlauch der Motorentlüftung und nimm den Luftfilterkasten ab. | Bild:Bild0400.jpg|Entferne nun den Schlauch der Motorentlüftung und nimm den Luftfilterkasten ab. | ||
Bild:Bild0500.jpg|Direkt hinter dem entfernten Schlauch befindet sich ein weiterer, der ebenfalls abgenommen werden muß. | Bild:Bild0500.jpg|Direkt hinter dem entfernten Schlauch befindet sich ein weiterer, der ebenfalls abgenommen werden muß. | ||
Bild:Bild0600.jpg|Jetzt können die Zündkerzenstecker abgezogen werden (Bitte nicht am Kabel ziehen! Es gibt spezielle Zangen hierfür). Den auf der Zylinderkopfhaube befindlichen Kabelkanal öffnen und die Zündkabel nach vorn über die Traverse hängen, so dass sie nicht mehr stören. | |||
Jetzt können die Zündkerzenstecker abgezogen werden (Bitte nicht am Kabel ziehen! Es gibt spezielle Zangen hierfür). Den auf der Zylinderkopfhaube befindlichen Kabelkanal öffnen und die Zündkabel nach vorn über die Traverse hängen, so dass sie nicht mehr stören. | Bild:Bild0700.jpg|Die Zylinderkopfhaube wird von insgesamt acht Schrauben gehalten, die entfernt werden müssen. Da die Haube häufig festsitzt, diese mit einem Gummihammer und leichten seitlichen Schlägen lösen und abnehmen. | ||
Bild:Bild0900.jpg|Darunter befindet sich ein längliches Blechteil. Dieses ist ein Ölkanal, der die Kipphebelblöcke mit Öl versorgt. Er wird mit drei Schrauben gehalten, welche ebenfalls entfernt werden müssen. | |||
Die Zylinderkopfhaube wird von insgesamt acht Schrauben gehalten, die entfernt werden müssen. Da die Haube häufig festsitzt, diese mit einem Gummihammer und leichten seitlichen Schlägen lösen und abnehmen. | Bild:Bild1000.jpg|Den Ölkanal mit Pressluft ordentlich auspusten (Aber unbedingt ein Tuch drauf legen, andernfalls droht eine Öldusche durch die kleinen Bohrungen, die die Kipphebelblöcke versorgen!). Es empfiehlt sich den Ölkanal mit reichlich Bremsenreiniger zu spülen und anschließend erneut auszupusten. Bis zum Wiedereinbau kann er nun zur Seite gelegt werden. | ||
Bild:Bild0800.jpg|Die Kipphebelblöcke sind mit jeweils vier Schrauben fixiert. Empfehlenswert ist es immer nur einen Block zu entfernen, komplett zu bearbeiten und anschließend wieder einzubauen, bevor der nächste demontiert wird. | |||
Darunter befindet sich ein längliches Blechteil. Dieses ist ein Ölkanal, der die Kipphebelblöcke mit Öl versorgt. Er wird mit drei Schrauben gehalten, welche ebenfalls entfernt werden müssen. | Bild:Bild1201.jpg|Im folgenden Bild sieht man die Ventilspielausgleichselemente, auch Hydrostößel genannt, von unten. Die blanken Flächen in der Mitte Des Blocks sind die Kipphebelflächen, die am Nocken der Nockenwelle anliegen. | ||
Bild:Bild1400.jpg|Beim Abnehmen der Kipphebelblöcke ist unbedingt darauf zu achten, das die Plättchen, die nur lose auf dem Ventil aufliegen, nicht am Hydrostößel kleben bleiben und so abhanden kommen! | |||
Den Ölkanal mit Pressluft ordentlich auspusten (Aber unbedingt ein Tuch drauf legen, andernfalls droht eine Öldusche durch die kleinen Bohrungen, die die Kipphebelblöcke versorgen!). Es empfiehlt sich den Ölkanal mit reichlich Bremsenreiniger zu spülen und anschließend erneut auszupusten. Bis zum Wiedereinbau kann er nun zur Seite gelegt werden. | Bild:Bild1300.jpg|Die Hydrostößel spannst Du in den Schraubstock ein und hebelst den Kipphebel nach oben ab. Hierfür ist nicht viel Kraft notwendig. Die Kipphebel müssen dafür nicht aus dem Kipphebelblock ausgebaut werden. | ||
Bild:Bild1500.jpg|Die einmal ausgebauten Hydrostößel können übrigens nicht wieder verwendet werden, da die Arretierringe beim Ausbau mehr oder weniger stark beschädigt. werden. | |||
Die Kipphebelblöcke sind mit jeweils vier Schrauben fixiert. Empfehlenswert ist es immer nur einen Block zu entfernen, komplett zu bearbeiten und anschließend wieder einzubauen, bevor der nächste demontiert wird. | Bild:Bild1700.jpg|Ist der Hydrostößel ausgebaut, mußt Du aufpassen, das die Plättchen, gegen die der Hydrostößel sich abstützt, nicht herausfallen. Sollten sie herausgefallen sein oder sich verdreht haben, müssen sie so ausgerichtet werden, dass die vier Kerben zum Hydrostößel und die zwei Punkte nach Außen zeigen. | ||
Bild:Bild1900.jpg|Liegen sie verdreht im Kipphebel, kann das Öl nicht in den Hydrostößel gepreßt werden und er ist ohne Funktion! | |||
Im folgenden Bild sieht man die Ventilspielausgleichselemente, auch Hydrostößel genannt, von unten. Die blanken Flächen in der Mitte Des Blocks sind die Kipphebelflächen, die am Nocken der Nockenwelle anliegen. | Bild:Bild2400.jpg|Die Hydrostößel bekommst Du sowohl bei DC, als auch im Zubehörhandel. Sie kosten im Zubehörhandel ca. 17 Euro / Stück. Insgesamt werden beim M 103 zwölf Stück benötigt. | ||
Bild:Bild2200.jpg|Bevor die neuen Hydrostößel eingebaut werden können, müssen die Kipphebel mit Motoröl befüllt werden. | |||
Beim Abnehmen der Kipphebelblöcke ist unbedingt darauf zu achten, das die Plättchen, die nur lose auf dem Ventil aufliegen, nicht am Hydrostößel kleben bleiben und so abhanden kommen! | Bild:Bild2100.jpg|Der Hydrostößel wird nun unter leichtem Drehen von Hand in den Kipphebel gedrückt. | ||
Bild:Bild2000.jpg|Am Anschlag hört man ein leises Klickgeräusch. So bestückt kann der Kipphebelblock wieder eingebaut werden. Die Schrauben werden dazu über Kreuz schrittweise bis zum Maximalwert von 21 Nm angezogen. Sind alle sechs Kipphebelblöcke wieder verbaut, kann die Ölleitung eingebaut und anschließend die Zylinderkopfhaube montiert werden. | |||
Die Hydrostößel spannst Du in den Schraubstock ein und hebelst den Kipphebel nach oben ab. Hierfür ist nicht viel Kraft notwendig. Die Kipphebel müssen dafür nicht aus dem Kipphebelblock ausgebaut werden. | Bild:Bild1800.jpg|Es ist ratsam hierbei die Ventildeckeldichtung gleich zu ersetzen. | ||
Bild:Bild1600.jpg|Die acht Schrauben der Haube werden über Kreuz mit 8,5 Nm angezogen. | |||
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Die einmal ausgebauten Hydrostößel können übrigens nicht wieder verwendet werden, da die Arretierringe beim Ausbau mehr oder weniger stark beschädigt. werden. | |||
Ist der Hydrostößel ausgebaut, mußt Du aufpassen, das die Plättchen, gegen die der Hydrostößel sich abstützt, nicht herausfallen. Sollten sie herausgefallen sein oder sich verdreht haben, müssen sie so ausgerichtet werden, dass die vier Kerben zum Hydrostößel und die zwei Punkte nach Außen zeigen. | |||
Liegen sie verdreht im Kipphebel, kann das Öl nicht in den Hydrostößel gepreßt werden und er ist ohne Funktion! | |||
Die Hydrostößel bekommst Du sowohl bei DC, als auch im Zubehörhandel. Sie kosten im Zubehörhandel ca. 17 Euro / Stück. Insgesamt werden beim M 103 zwölf Stück benötigt. | |||
Bevor die neuen Hydrostößel eingebaut werden können, müssen die Kipphebel mit Motoröl befüllt werden. | |||
Der Hydrostößel wird nun unter leichtem Drehen von Hand in den Kipphebel gedrückt. | |||
Am Anschlag hört man ein leises Klickgeräusch. | |||
So bestückt kann der Kipphebelblock wieder eingebaut werden. Die Schrauben werden dazu über Kreuz schrittweise bis zum Maximalwert von 21 Nm angezogen. Sind alle sechs Kipphebelblöcke wieder verbaut, kann die Ölleitung eingebaut und anschließend die Zylinderkopfhaube montiert werden. | |||
Es ist ratsam hierbei die Ventildeckeldichtung gleich zu ersetzen. Die acht Schrauben der Haube werden über Kreuz mit 8,5 Nm angezogen. | |||
Alle weiteren Schritte werden analog zum Ausbau in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt. | Alle weiteren Schritte werden analog zum Ausbau in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt. | ||
Micha | Micha | ||
Eingestellt von Christian Martens | |||
[[Kategorie:Motor]] | |||
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Aktuelle Version vom 9. Juli 2014, 14:46 Uhr
Der folgende Text und die Photos wurden Ihnen von Michael Behrens zur Verfügung gestellt. Die Originalveröffentlichung erfolgte im Forum Sternzeit 107, dem Forum für die Baureihe R107, die für die letzten Jahre ihrer Produktion auch noch in den Genuß des M103 kam.
Übrigens sind die geschilderten Arbeiten auch für den Vierzylinder M102 (200, 200E, 230E samt Coupé und T-Limousine als auch bei den kleineren Brüdern 190, 190E bis 190E-2.3) gülig, sie beschränken sich dort eben auf 2/3 des vergleichbaren Aufwandes beim Sechszylinder. Die Motoren sind ja vom Bauprinzip her identisch, auch die Hydrostößel selbst sind identisch (gleiche Teilenummern).
Micha war jedoch so nett, den Hinweis auf seinen Beitrag auch im W124-Forum zu veröffentlichen, verbunden mit der Bitte um Übernahme in die Werkzeugkiste, der ich hiermit gerne nachgekommen bin. Auf geht's:
Hydrostößelaustausch am 300 SL
Zu Anfang ist nach dem Kaltstart meistens ein kurzes Tickern aus dem Motorabteil zu vernehmen, das jedoch bald schon verstummt. Mit erhöhter Motorlaufleistung dauert es dann immer länger, bis sich das lästige Geräusch verflüchtigt und irgend wann wird es dann zum ständigen Begleiter. Der Grund dafür sind verschlissene Hydrostößel, deren Austausch nicht schwer ist. Ja, nicht einmal Spezialwerkzeug ist nötig!
Werkzeug
- Steckschlüssel 10mm
- Steckschlüssel 8mm
- Zündkerzenzange
- Knarre mit Verlängerung und 13mm Nuss
- Drehmomentschlüssel
- Schraubendreher
Material
- 1 x Ventildeckeldichtung (ET-Nr. A 103 016 04 21)
- 12 x Hydrostößel für M 103
- ca. 1/8 Liter Motoröl
Den Ölkanal mit Pressluft ordentlich auspusten (Aber unbedingt ein Tuch drauf legen, andernfalls droht eine Öldusche durch die kleinen Bohrungen, die die Kipphebelblöcke versorgen!). Es empfiehlt sich den Ölkanal mit reichlich Bremsenreiniger zu spülen und anschließend erneut auszupusten. Bis zum Wiedereinbau kann er nun zur Seite gelegt werden.
Am Anschlag hört man ein leises Klickgeräusch. So bestückt kann der Kipphebelblock wieder eingebaut werden. Die Schrauben werden dazu über Kreuz schrittweise bis zum Maximalwert von 21 Nm angezogen. Sind alle sechs Kipphebelblöcke wieder verbaut, kann die Ölleitung eingebaut und anschließend die Zylinderkopfhaube montiert werden.
Alle weiteren Schritte werden analog zum Ausbau in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt.
Micha
Eingestellt von Christian Martens