Abdichten des Differentiales: Unterschied zwischen den Versionen

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   Bild:Diff Deckel offen.jpg|Schritt 2: Man legt das Diff in eine passenden Wanne, dreht die Ablaßschraube aus dem Gehäuse und die "Suppe" läuft heraus. Nach Lösen der Schrauben des hinteren Deckels läuft der Rest ab, so daß man den Eisenklotz aus der Wanne nehmen und auf die Werkbank legen kann.
   Bild:Diff Deckel offen.jpg|Schritt 2: Man legt das Diff in eine passenden Wanne, dreht die Ablaßschraube aus dem Gehäuse und die "Suppe" läuft heraus. Nach Lösen der Schrauben des hinteren Deckels läuft der Rest ab, so daß man den Eisenklotz aus der Wanne nehmen und auf die Werkbank legen kann.
    
    
   Bild:Diff Deckel offen 2.jpg|Schritt 3: Schaut man nun von hinten in das Differential, kann man schön die Verzahnung von Kegel- und Tellerad sowie die des Differentialkorbes sehen. Fallen einem am Boden des Gehäuses Späne oder kleine abgebrochene Metallstücke auf, so kann man den Patienten eigentlich gleich an die Pathologie überweisen, so ein Diff ist meist reif für die Schrottkiste, zumindest aber für den Instandsetzer.]]
   Bild:Diff Deckel offen 2.jpg|Schritt 3: Schaut man nun von hinten in das Differential, kann man schön die Verzahnung von Kegel- und Tellerad sowie die des Differentialkorbes sehen. Fallen einem am Boden des Gehäuses Späne oder kleine abgebrochene Metallstücke auf, so kann man den Patienten eigentlich gleich an die Pathologie überweisen, so ein Diff ist meist reif für die Schrottkiste, zumindest aber für den Instandsetzer.


   Bild:Diff Sicherungsring.jpg|Schritt 4: Beim Blick in das Differential kann man die Sicherungsringe samt Öse erkennen, die die Wellenstümpfe rechts und links halten. Auch kann man hier sehr schön sehen, wo sich die Zahnräder (hier die Räder des Differentialkorbes) berühren und aufeinander abrollen, der Fachmann spricht vom Tragbild (nicht, daß ich zu diesem Tragbild hier irgendwelche fachlichen Beurteilungen abgeben könnte, die Zahnflanken sehen aber schon etwas mitgenommen aus...).
   Bild:Diff Sicherungsring.jpg|Schritt 4: Beim Blick in das Differential kann man die Sicherungsringe samt Öse erkennen, die die Wellenstümpfe rechts und links halten. Auch kann man hier sehr schön sehen, wo sich die Zahnräder (hier die Räder des Differentialkorbes) berühren und aufeinander abrollen, der Fachmann spricht vom Tragbild (nicht, daß ich zu diesem Tragbild hier irgendwelche fachlichen Beurteilungen abgeben könnte, die Zahnflanken sehen aber schon etwas mitgenommen aus...).


   Bild:Diff Sicherungsring ziehen.jpg|Schritt 5: Mit einem passenden Haken (ich habe die Ausziehhaken für das Kombiinstrument verwendet) greift man in die Öse und zieht (mit Kraft und der dahintergehaltenen Hand, damit das Teil nicht abhaut, wenn es kommt) den Sicherungsring heraus.]]
   Bild:Diff Sicherungsring ziehen.jpg|Schritt 5: Mit einem passenden Haken (ich habe die Ausziehhaken für das Kombiinstrument verwendet) greift man in die Öse und zieht (mit Kraft und der dahintergehaltenen Hand, damit das Teil nicht abhaut, wenn es kommt) den Sicherungsring heraus.


   Bild:Diff Simmerring 00.jpg|Schritt 6: Der Wellenstumpf (links unten) läßt sich nun nach außen entnehmen, in der Mitte liegt der Sicherungsring und rechts der Ausziehhaken.
   Bild:Diff Simmerring 00.jpg|Schritt 6: Der Wellenstumpf (links unten) läßt sich nun nach außen entnehmen, in der Mitte liegt der Sicherungsring und rechts der Ausziehhaken.
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   Bild:Diff Simmerring 14.jpg|Schritt 21: Nun wird das Differential mit der vorgeschriebenen Menge (je nach Diff zwischen 0,7l und 1,3l) Öl befüllt und kann wieder verbaut werden.
   Bild:Diff Simmerring 14.jpg|Schritt 21: Nun wird das Differential mit der vorgeschriebenen Menge (je nach Diff zwischen 0,7l und 1,3l) Öl befüllt und kann wieder verbaut werden.


   Bild:Diff Wieder hinein.jpg|Nachdem wir auf diese Weise sowohl das Differential von Thomas 190er als auch ein neues gebrauchtes für meinen Tee abgedichtet haben, und beide Diffs über mehrere 10tkm dicht und geräuscharm blieben, kann ich behaupten, daß es so funktioniert.
   Bild:Diff Wieder hinein.jpg|Nachdem wir auf diese Weise sowohl das Differential von Thomas 190er als auch ein neues gebrauchtes für meinen Tee abgedichtet haben, und beide Diffs über mehrere 10tkm dicht und geräuscharm blieben, kann ich behaupten, daß es so funktioniert. Ein völlig unerwartetes Problem habe ich allerdings nun hinzubekommen: das Diff rostet äußerlich! Mal sehen, ob der TÜV das beim nächsten Mal moniert...
Ein völlig unerwartetes Problem habe ich allerdings nun hinzubekommen: das Diff rostet äußerlich! Mal sehen, ob der TÜV das beim nächsten Mal moniert...


   Bild:Diff Zuschrauben.jpg|Man sollte sich für diese Arbeiten neben den Dichtringen und dem Entlüfter auch die Schraube für den Gelenkwellenflansch sowie neue Schrauben für die Antriebswellen bei Mercedes oder im guten Zubehörhandel kaufen, damit geht die Arbeit leichter von der Hand. Die Schrauben der Hardyscheibe sollten auch gewechselt werden, ich habe sie bisher wieder verwendet.
   Bild:Diff Zuschrauben.jpg|Man sollte sich für diese Arbeiten neben den Dichtringen und dem Entlüfter auch die Schraube für den Gelenkwellenflansch sowie neue Schrauben für die Antriebswellen bei Mercedes oder im guten Zubehörhandel kaufen, damit geht die Arbeit leichter von der Hand. Die Schrauben der Hardyscheibe sollten auch gewechselt werden, ich habe sie bisher wieder verwendet.
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Wenn man sonst nicht regelmäßig am Differential arbeitet, ist der Ausbau eine gute Gelegenheit, auch die Lagerung des Differentiales zu überholen. Näheres dazu finden Sie in [[Aufhängung des Differentials erneuern|diesem Beitrag]] der Werkzeugkiste.
Wenn man sonst nicht regelmäßig am Differential arbeitet, ist der Ausbau eine gute Gelegenheit, auch die Lagerung des Differentiales zu überholen. Näheres dazu finden Sie in [[Aufhängung des Differentials erneuern|diesem Beitrag]] der Werkzeugkiste.
Autor: Christian Martens
[[Kategorie:Differential]]
[[Kategorie:Antrieb]]

Aktuelle Version vom 19. März 2009, 13:43 Uhr

Es gibt ja den bösen Spruch über Mercedesdifferentiale, wenn sie nicht tropfen, ist auch kein Öl mehr drin.

Damit ist gemeint, daß die Differentiale so ab einem Alter von acht Jahren oder 100tkm Laufleistung eben einfach feucht sind, das eine mehr, das andere weniger, man kennt es bei Mercedes-Fahrzeugen nicht anders, seit Generationen schon. Natürlich wissen auch die Prüfer vom TÜV oder der Dekra von diesem Problem und es eröffnet ihnen wunderschöne Möglichkeiten, ihren Ermessensspielraum zu nutzen.

Hat der Prüfer einen guten Tag und findet Gefallen an dem alten Wagen, so nimmt er seinen Lappen, wischt den Öltropfen vom Diff, murmelt etwas wie "das kriegen die einfach nicht in den Griff" und macht weiter. Hat er jedoch einen schlechten Tag, macht er gar nichts, außer einer Notiz an der entsprechenden Stelle seines Mängelberichtes und wird den armen Mercedeseigner mit den Worten "das müssen Sie abdichten lassen, das kleckert ja die ganze Straße voll" ohne Plakette nach Hause bzw. in die nächste Werkstatt schicken.

So ging es auch Thomas mit seinem 190E 2.0, der wegen ausgenudelter Stabigummis vorn (gefährlich!!!) und undichtem Differential keine TÜV-Plakette bekam. Eigentlich albern, aber die Vorgabe bei den TÜVern ist ja wohl, daß Fahrzeuge, die älter als acht Jahre alt sind, nicht so einfach und schon gar nicht im ersten Anlauf durch die Hauptuntersuchung kommen dürfen. Also wird gesucht und irgendwo dann auch etwas gefunden.

Obwohl sich viele Geschichten um das Abdichten des Differentiales ranken - so schwierig ist es gar nicht, wenn auch etwas aufwendig. Ich beschreibe hier im folgenden die Arbeiten an einem Differential mit ABS und sonst nichts. Einzelne Arbeitsschritte bei Sperrdifferential ASD können von dieser Beschreibung abweichen.


Zur freundlichen Beachtung:

Dies ist keine Reparaturanleitung, sondern ein Erlebnisbericht.

Der Autor will niemanden zur Nachahmung anregen. Er übernimmt für Schäden jeglicher Art, die aus Nachahmung oder ähnlichem entstehen, keinerlei Verantwortung.

Auch wenn im folgenden viele Arbeitsschritte ausführlich und detailiert beschrieben und bebildert sind, heißt das nicht zwangsläufig, daß alle Arbeitsschritte genannt sind und die Beschreibung vollständig ist.

Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsvorschriften.


Man beginnt mit einer Grobreinigung des Gehäuses im eingebauten Zustand mittels Drahtbürste und Bremsenreiniger. Als allererste Schrauberei löst man die Einfüllschraube für das Differentialöl mit einem 14er Innensechskantschlüssel. Wer sich fragt, warum damit begonnen werden soll, hat noch nie alleine vor dem ausgebauten Teil mit mörderisch angezogener Schraube gestanden - das ist eine Erfahrung... Auch bei der Nachfüllschraube ist es klug, den Innensechskant vor Ansetzen des Werkzeuges zu reinigen, damit die Nuß ganz hineingeht und man den Sechskant nicht rundnudelt. Wenn man schon dabei ist, wird auch die Ablaßschraube gereinigt und gelöst.

Dann entfernt man die Verschraubungen der Antriebswellen sowie die der Gelenkwelle. Neuerdings verwendet Mercedes für die Befestigung der Antriebswellen Schrauben mit Außentorx, hier benötigt man eine Stecknuß E14, für die alten Schrauben (reinigen!) tut es ein Innensechskant. Mit einem Getriebeheber stützt man das Differential ab und schraubt die vordere Lagerung sowie die hinteren Halterungen ab. Vorsichtig ablassen, das gute Stück ist nicht aus Pappe und wiegt ein wenig.

Wenn man sonst nicht regelmäßig am Differential arbeitet, ist der Ausbau eine gute Gelegenheit, auch die Lagerung des Differentiales zu überholen. Näheres dazu finden Sie in diesem Beitrag der Werkzeugkiste.

Autor: Christian Martens