Förderpumpe überholen

Aus W124-Archiv
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Autor Jörg 200D

Diese Anleitung sollte für fast alle 2 V Diesel passen. Bei einigen sind allerdings nur 3 Dichtringe verbaut, obwohl im EPC trotzdem immer 4 angegeben sind. Dazu sind leider keine Informationen zu bekommen, bei Bosch bekommt man wohl auch eh nur 3. Die hier verwendeten Dichtungen sind die vom Mercedes Händler, beim Boschdienst gibt es wohl auch Dichtungen aus Viton, da habe ich allederdings nicht die passenden Teilenr. zur Hand.

Gebraucht werden für die 2V Förderpumpe folgende Teile, glaub der 4V hat eine andere, Turbo weiß ich nicht...

Macht zusammen etwa 20€ (Stand 2007) kleine Händler schlagen teilweise noch etwas auf Kleinzeug auf, viel mehr wird es aber nicht sein.

Als erstes muß der Luftfilterkasten runter, sollte ja bekannt sein, ansonsten Luftfilter raus und der Kasten ist dann an beiden Seiten aussen mit je 2 Muttern festgeschraubt. Dann kann man den so rausnehmen.

Jetzt liegt die Förderpumpe direkt vor uns:


Pict7674.jpg


Als erstes unter der Pumpe alles mit Lappen oder sonstwas abdichten, es wird PÖL oder Diesel und Motoröl auslaufen!

Jetzt als erstes den Schlauch oben (glaub 17er) und die Schlauchschelle unten lösen und den Schlauch abziehen. Beim Zusammenbauen am besten gleich den Vorfilter an die Förderpumpe anschließen, der Wärmetauscher der da rumhängt macht beim Pölen höchstens Probleme und wenn man einen richtigen Wärmetauscher drin hat ist der eh über.

So, Schläuche ab:


Pict7675.jpg


Jetzt geht es dran, die Pumpe von der Einspritzpumpe zu lösen. Dazu einfach die zwei Muttern die auf der Förderpumpe sind abschrauben. Dabei allerdings die Förderpumpe gegen die Einspritzpumpe drücken, die wird von einer Feder weggedrückt, ist allerdings nach all den Jahren etwas festgeklebt, nicht das die plötzlich abspringt und eine Sauerei macht... Achtung, unter den Muttern sind Unterlegscheiben, aufpassen, das die nicht wegfallen! Sind die Muttern los, die Pumpe einfach von der Einspritzpumpe anziehen.


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Auf dem Bild ist die Förderpumpe schon ab, die beiden Stehbolzen an denen sie verschraubt war sind zu sehen. aus dem großen Loch wird etwas Motoröl auslaufen, ist soweit normal. Erstmal die Dichtfläche an der Einspritzpumpe säubern...

Nun haben wir die Förderpumpe vor uns liegen:


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Das letzte Bild zeigt die Seite, die zur Einspritzpumpe zeigt. Wer möchte kann einmal den Pumpstift reindrücken, aber aufpassen, der Sprit wird oben mit ordentlich Druck herauskommen! Damit ist die Funktionsweise aber auch schon klar, von der Einspritzpumpe aus wird der Stift immer wieder in die Förderpumpe gedrückt und von der Feder in der Förderpumpe zurück, dabei wird der Sprit gepumpt, ganz simple Technik also.

Nun erstmal die Dichtung die zwischen Förderpumpe und Einspritzpumpe sitzt entfernen, ist zwar von den Teilen her logisch, aber aus dem Teilepaket ist das die A000 091 17 80.


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Jetzt die Förderpumpe in einen Schraubstock spannen, nicht zu brutal aber fest. Die beiden Schrauben werden ziemlich festsitzen!! Auf der Seite zur Einspritzpumpe wird ein 27er Maulschlüssel gebraucht:


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Oben am Ausgang der Pumpe braucht es einen 22er, die Verschraubung saß bei mir bombenfest, ging irgendwann aber auf... leider ist davon kein Bild was geworden...

Nun haben wir den Teilesatz und eine Pumpe an der beide Verschraubungen leicht drehbar sind...


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Fangen wir nun mit dem oberen Teil, dem Auslaß der zum Hauptfilter geht an. Einfach aufschrauben, schon liegt das erste Ventil vor uns:


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Unbedingt auf die Einbaulage des Ventils achten, falsch rum geht zwar eigentlich nicht, nur mit Gewalt, aber man muß es nicht drauf anlegen... Das Ventil rausnehmen und wir sind bei der unteren Dichtung auf der Seite angekommen:


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Die hat es eindeutig hinter sich... Gewinde säubern, soll ja nicht zusammengammeln und unten den neuen Dichtring (A006 997 56 45) reinlegen:


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Und nun eines der beiden neuen Ventile (A000 091 13 10) richtig reinlegen:


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Den Dichtring auf der Verschraubung nun auch erneuern (A005 997 47 45) Fertig, die Seite kann wieder komplett zugeschraubt werden.


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Nun zur eigentlichen Pumpenmechanik. Erstmal den Pumpstift rausziehen, der ist nicht gesichert, der geht so raus.


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Jetzt die Verschraubung öffnen und abnehmen, vorsicht, da ist die Feder hinter, ist also etwas unter Spannung, langsam aufgemacht fliegt da aber auch nix weg...


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Hier sehen wir rechts die Verschraubung und noch halb in der Pumpe die Zelle mit der gepumpt wird. Dieses Teil wird beim Pumpen immer hin und hergeschoben und pumpt den Sprit dann. Den Teil kann man auch einfach ganz rausziehen:


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Vorsicht, in der Pumpzelle liegen locker das Ventil und eine Unterlegscheibe!


Hier einmal die Pumpzelle von innen, wieder die Lage des Ventils beachten, wird aber auch klar von der Bauform vorgegeben:


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Hier ist die Unterlegscheibe (oder gibt es da einen Spezialnamen für??) Jedenfalls muß der hochstehende Rand zur Feder zeigen.


Pict7702.jpg


Hier einmal das Pumpengehäuse mit und ohne Feder, da hängt immer noch teurer Sprit drin... Erstmal also saubermachen...


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Pict7704.jpg


Hier kann schon die neue Feder rein (A000 091 10 19)

Nun die Verschraubung dieser Seite sauber machen und es folgt der schönste Teil der Aktion, da ist ein Dichtring drin, hier so eben zu erkennen:


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JA, der muß auch neu, der dichtet zwischen Motoröl und Sprit, also ist der wichtig! Ganz feinen Schraubenzieher und damit raushebeln, ist etwas kniffelig, geht aber. Und den neuen Dichtring (A012 997 29 48) einsetzen nicht vergessen!

Von aussen hat die Verschraubung natürlich auch einen Dichtring (A012 997 28 48)


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Jetzt machen wir uns an den Pumpzelle, neues Ventil (logischerweise das zweite mit A000 091 13 10) rein (hatte ich das mit der Einbaulage schon angesprochen??))


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Und die Unterlegscheibe (Hochstehende Kante zur Feder...) reinlegen


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nun die Pumpzelle wieder vorsichtig auf die Feder aufsetzen (Ventil und U-Scheibe müssen ja richtig liegen!)


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Und da wars das mit dem Akku... Der Rest ist aber auch logisch. Die Verschraubung kann nun wieder drauf und beide Seiten festziehen. Über das wie fest gibt es keine Angaben, am besten sehr fest, aber aufpassen, nach ganz fest kommt ganz kaputt... Den Pumpstift wieder reinschieben, mit etwas pumpen kann man nun die Funktion testen, wenn die Ventile richtig rum sind sollte es aber keine Probleme geben. Neue Dichtung (A000 091 17 80) auf die Förderpumpe aufsetzen und wieder an der Einspritzpumpe festschrauben (Aufpassen, das die Unterlegscheiben unter den Muttern sind!). Da gibt es keine Drehmomentvorgabe, also gilt, es muß dicht sein, aber wenn ein Stehbolzen abreißt haben wir ein Problem... Spritschläuche wieder anklemmen, dabei nochmal überlegen, ob man den Wärmetauscher wirklich will, oder den einfach totlegt... Luftfilterkasten rein, Motor an und fahren. Anfangs nagelt es etwas, da ist halt ein wenig Luft im System, ist nach einigen Minuten aber von selber entlüftet.

So, das war es eigentlich schon... Ich habe das nun nach besten Wissen und Gewissen beschrieben, bei mir hat da auch wunderbar funktioniert, eine Garantie für irgendwas übernehme ich natürlich nicht, das muß jeder selber wissen. Eine neue komplette Förderpumpe kostet ansonsten ca 125€...

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